Aktivitäten


 

Flüchtlingshilfe Roxel - Das war 2017

 
Anfang März begann wieder unser Internationales Café in den Räumlichkeiten der Tagesklinik des UKM. Es ist sich für einige Geflüchtete, aber auch für ortsansässige Roxeler zu einem festen Bestandteil des Kalenders geworden. Doch die Zusammensetzung der Menschen, die am Café teilnehmen, ist immer wieder anders. Die meisten sehen sich dann wirklich nur alle 4-6- Wochen und dann ist die Freude auch groß.

 

Im März waren dann in ganz Münster die Wochen gegen Rassismus, bei denen wir mit einem Markt-/Infostand in Roxel teilgenommen haben. Gleichzeitig hatte man die Gelegenheit, tolle Fotos (Aufnahmen von Geflüchteten) von Hans Hegemann im hinteren Bereich der Pantaleonkirche als laufende Power Point Präsentation anzuschauen. Auch waren wir mit einem Vortragsabend „Ich habe nichts gegen Fremde…, aber“ dabei. Dieser wurde von Elke Meiners-Giebel und Jessica Kattan, beide Mitglieder unseres Vereins, und Thomas Dirksen, Kinder- und Jugendpsychiater, der selbst mit der Hilfsorganisation ARCHEMED in Eritrea Projekte unterstützt, geleitet.

 

Ab Ende April wurde dann so nach und nach das Heim für Geflüchtete an der Havixbecker Str. bezogen. Diese Einrichtung wird von der Sozialarbeiterin Gitta Kock und dem Hausmeister Thomas Conradi unterstützt/geleitet.

 

Um schnell den Kontakt herzustellen, veranstalteten wir ein lockeres Kaffeetrinken in den Räumlichkeiten dort vor Ort.

 

 

 

 

 
Anfang Mai gab es einen Gottesdienst für Geflüchtete in der St. Anna Kirche in Mecklenbeck, der sehr gut besucht war.

 

Im Juni machte das Restaurant, „Salam Kitchen“, Wolbecker Str. in Münster auf, in dem Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit haben, sich auf einen Beruf in der Gastronomie vorzubereiten. Ein Praktikum dort beinhaltet ein Sprachkurs, Unterricht und gemeinsames Kochen.

 

Eine geflüchtete Albanerin aus Roxel hat dort mit Erfolg teilgenommen und macht jetzt eine Ausbildung zur Köchin.

 

Ende Juni waren endlich die Erdbeeren reif, so dass auch das Marmeladekochen starten konnte. Gemeinsam ging es erst auf das benachbarte Erdbeerfeld, und dann stellte Ursula Brintrup (hinten im Bild) ihre Küche zur Marmeladenzubereitung zur Verfügung. Große und kleine Menschen verschiedenster Nationen waren dabei (hier im Bild: Albanerin, Serbin und Georgierin).

 

 

Das Ergebnis war enorm.

 

Dann kam eine längere Sommerpause, allerdings nicht für uns. Wir waren in großen Vorbereitungen für unser Internationales Sommerfest, das am 09.09. stattfand. Es war eine gewaltige Herausforderung, denn man kann, wenn man so etwas zum ersten Mal organisiert, nie genau abschätzen, wie es angenommen wird.

 

Dass unser Fest so eine große Resonanz bekam, war für uns sehr (!) schön. Die Stimmung war gelöst, es wurde verschiedene Musik gespielt und z. T. auch dazu getanzt. Es hat richtig Spaß gemacht und unsere Arbeit wurde dadurch belohnt. Allerdings hatten wir auch im Vorfeld viele viele nette Menschen, die uns unterstützt haben, sei es mit Tipps und Ratschlägen oder auch finanziell oder auch einfach mit „Anpacken“. Es wird bestimmt nicht das letzte Fest gewesen sein.


 

Im September war eine Vernissage im Bennohaus von Bushra Arnous, einer geflüchteten Syrerin und ehemaligen Bewohnerin des Heims im Schultenhof. Es waren beeindruckende Bilder, in denen sie versucht hat, ihr Leben vor der Flucht, die Flucht selbst und das Leben hier zu beschreiben. Auf der Eröffnung ließ die junge Syrerin uns an ihren Gedanken zu jedem Bild teilhaben. Es war sehr ergreifend.

 

 

 

Immer wieder werden wir zu offiziellen Angeboten der Stadt Münster, dem Kommunalen Integrationszentrum eingeladen. Es werden Gesprächsrunden oder Bar Camps oder Workshops angeboten, an denen wir je nach unseren zeitlichen Möglichkeiten teilnehmen.


 

Auch haben sich im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit Kreise gebildet, um auch den Münsteranern ein Bild von den Geflüchteten im Ort/ in der Stadt zu zeigen und an denen wir mitwirken (Bericht eines Familiennachzugs, WN August 2017).


 

Nach den Herbstferien startete ein ehrenamtlicher Deutschkurs, der jetzt jeden Mittwochmorgen von 9 bis 10.30 Uhr in den Räumlichkeiten an der Havixbecker Straße stattfindet. Unter Jessicas und Elkes Leitung werden neben Grundlagen der deutschen Sprache auch kulturelle Inhalte vermittelt. Es sind in der Regel etwa 8 Teilnehmer anwesend und alle haben sehr viel Spaß, die Lehrerinnen eingeschlossen.

 

Ende November zog dann wieder ein Duft von Weihnachtsplätzchen durch Ursula Brintrups Haus. Irgendwie ist ihre Küche ein schöner Begegnungsort und so wurde auch in diesem Jahr an zwei Terminen fleißig gebacken.


 

Anfang Dezember haben wir einen Schwimmkurs für Grundschulkinder gestartet, bei dem die Kinder an 10 Samstagen das Schwimmen erlernen und hoffentlich mit dem Seepferdchen abschließen können.


 

Am 12.12. wurde eine große Weihnachtsfeier für alle drei Roxeler Unterkünfte für Geflüchtete veranstaltet und der große Saal des kath. Pfarrzentrums war bis auf den letzten Platz besetzt. Es wurde selbst Musik gemacht und es wurde zu syrischen und afrikanischen Klängen getanzt. Die gemischte Vielfalt war schön und die Stimmung gelöst. Für die Kinder kam zum Schluss der Nikolaus, der für jeden ein Geschenk brachte.

 

 

   

 

 


Auch waren wir von der Flüchtlingshilfe dieses Jahr bei der Roxeler Adventsfensteraktion mit dabei. Vorbereitet hatten diese Aktion Elke und Jessica, beide von unserem Verein. Um ca. 18:00 begann das Singen in einer großen bunt gemischten Runde vor einem Schwedenfeuer. Es war sehr interessant zu hören, wie sich das englische Lied „Jingle Bells“ auf Arabisch klingt, das ein spontan zusammengestellter Chor von Geflüchteten vortrug. Dann folgten Lieder wie „O Tannenbaum“, bei dem die meisten Menschen laut mitsangen (natürlich mit Liederzetteln). Danach wurde die obligatorische syrische Gitarre hervorgeholt und es wurde im großen Kreis getanzt. Für das leibliche Wohl gab es Punsch und Plätzchen.


 

Im kommenden Jahr möchten wir die geflüchteten Frauen zu einem Fahrradfahrlernkurs anmelden, denn viele von ihnen können nur ein bisschen oder gar nicht fahren und möchten es unbedingt lernen. Denn alle haben festgestellt, dass es in Münster das Verkehrsmittel Nr.1 ist.

 

Die Arbeit mit und um geflüchtete Menschen bleibt weiterhin spannend!

 

Man kann nicht sagen, dass es immer einfach ist. Aber man lernt viele nette Menschen, Kulturen, Musik, Essen usw. kennen, was unser Leben ungemein bereichern kann! Herzlichen Dank all denjenigen, die zusammen mit uns daran arbeiten, den Geflüchteten in Roxel eine Heimat zu schaffen.

 

Über weitere Unterstützung würden wir uns sehr freuen! Bitte melden Sie sich, wenn Sie sich vorstellen können, mitzumachen!


Es grüßt Sie/Euch ganz herzlich

 

Britta Drude

 

 

 

Gerne möchten wir der Stadt Münster und dem Integrationsrat Münster für die Finanzielle Unterstützung danken!